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Prof. Dr. Jochen Drukarczyk
Forschungstätigkeit
Leitung: Prof. Dr. J. Drukarczyk
Mitarbeiter: Dipl.-Kfm. R. Davidson
Wertorientierte Steuerung und Performance-Messung für Kreditinstitute
Die Arbeit besteht aus drei Teilen. Zunächst wird untersucht, inwieweit traditionelle Methoden zur Steuerung von Kreditinstituten sowie die Marktzinsmethode das finanzielle Interesse der Anteilseigner berücksichtigen.
Im Anschluß wird ein Konzept zur wertorientierten Steuerung von Kreditinstituten entwickelt. Hierbei finden Risikoüberlegungen, institutionelle Regelungen und das deutsche Steuersystem Beachtung. Es wird zwischen den Ebenen der Gesamtbank, des Geschäftsbereichs und des Einzelgeschäftes differenziert.
Da externe Analysten bei der Performancemessung von Kreditinstituten i.d.R. auf interne Informationen verzichten müssen, wird im letzten Teil ein weiteres Konzept erstellt, das ermöglichen soll, externen Bilanzlesern die Performance bei gegebenem, durch Jahresabschlußinformationen repräsentierten Informationsstand zu messen.
Leitung: Prof. Dr. J. Drukarczyk
Mitarbeiter: Dipl.-Kfm. G. Ebinger
Neue Modelle der betrieblichen Altersversorgung
Die Arbeit will neue Modelle der betrieblichen Altersversorgung vorstellen und auf ihre finanzwirtschaftlichen Auswirkungen hin untersuchen. Zunächst wird der Status Quo der betrieblichen Altersversorgung (bAV) in Deutschland dargestellt. Dabei ist festzustellen, daß die Verbreitung der bAV stagniert bzw. zurückgeht.
Als Bezugspunkt für die Beurteilung des deutschen Systems wird im zweiten Teil die betriebliche Altersversorgung in den USA gewählt. Dieser Abschnitt wird mit einer Fallstudie über den Pensionsplan von Shell-Unternehmen in den USA angereichert.
Aufbauend auf dem Vergleich der beiden Systeme werden mögliche Gründe für die Krise der deutschen bAV untersucht.
Dann werden neue Modelle entwickelt, die die wichtigsten der zuvor herausgearbeiteten Probleme überwinden sollen. Ob diese Modelle diesem Anspruch gerecht werden, wird durch Modellrechnungen geprüft.
Auch die Einführung eines Pensionsfonds angelsächsischer Prägung soll diskutiert werden. Mögliche Konsequenzen werden anhand einer Fallstudie mit unterschiedlichen Szenarien erläutert.
Förderung: Drittmittel, Aufenthalt an der Wharton School, University of Pennsylvania durch DAAD gefördert (8/97-12/97).
Leitung: Prof. Dr. J. Drukarczyk
Mitarbeiter: D. Honold, MBA
Residualgewinne - ein Beitrag zur Kontrollfunktion des Aufsichtsrats im Konzern
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie der Aufsichtsrat einer (Publikums)Aktiengesellschaft, die Obergesellschaft eines ein- oder mehrgliedrigen Konzerngebildes ist, seiner Kontrollaufgabe nachkommen kann und welcher Methoden er sich hierbei bedienen sollte.
Das hier empfohlene Kontrollsystem baut auf Residualgewinnen auf. Über deren Kompatibilität mit der Kapitalwertmethode wird der Bogen zur Bewertung der Ansprüche der Anteilseigner am Kapitalmarkt gespannt. Zur Bestimmung der Residualgewinne wird der APV-Ansatz gewählt, dessen Vorzüge gegenüber den anderen Discounted-Cash-flow Methoden hinsichtlich Präzision und Vollständigkeit in der Erfassung von Risikokomponenten und steuerlichen Wirkungen dargelegt werden.
Im nächsten Schritt wird für eine nicht konzernierte, börsennotierte Aktiengesellschaft aufbauend auf den Informations- und Kontrollrechten des Aufsichtsrats ein Kontrollkonzept mit Residualgewinnen ausgestaltet.
Im Anschluß werden die Erkenntnisse auf eine konzernierte, nicht börsennotierte Aktiengesellschaft im Vertragskonzern übertragen. Unter Berücksichtigung der unternehmensvertraglichen Grundlagen werden die Informations- und Kontrollrechte des Aufsichtsrats der Konzernmutter geklärt, auf die das Kontrollkonzept zugeschnitten wird. Steuerliche Beziehungen im Konzern und die Haftung zwischen Mutter- und Tochtergesellschaft werden berücksichtigt.
Leitung: Prof. Dr. J. Drukarczyk
Mitarbeiter: Dr. rer. pol. F. Richter
Konzeption eines marktwertorientierten Steuerungs- und Monitoringsystems
Diese Arbeit operationalisiert das Unternehmensziel der Marktwertmaximierung. Aufbauend auf den theoretischen Grundlagen, wird die integrierte Wertrechnung entwickelt, die den gesamten Führungsprozeß von der Strategiefindung bis zum Umsetzungscontrolling zielkonform unterstützt. Theoretisch fundiert und von einer realitätsnahen Fallstudie begleitet, wird gezeigt, wie moderne Discounted-Cash-flow-Methoden unter deutschen Rahmenbedingungen angewendet werden können.
Erstmals wird die Kosten- und Leistungsrechnung in das Gesamtkonzept integriert. Wie die Instrumente der marktwertorientierten Unternehmensführung auf Basis öffentlich verfügbarer Daten angewendet werden können und welche Resultate sich bei der Anwendung auf die 50 größten Industrieunternehmen Deutschlands ergeben, wird detailliert ausgeführt. Die Arbeit ist veröffentlicht: Regensburger Beiträge zur betriebswirtschaftlichen Forschung, Band 12, Peter Lang Verlag 1996. Sie wurde im Jahre 1996 mit dem Schmalenbach-Preis ausgezeichnet.
Leitung: Prof. Dr. J. Drukarczyk
Mitarbeiter: Dr. rer. pol. A. Schüler
Performance-Messung und Eigentümerorientierung - Eine theoretische und empirische Untersuchung
Die Arbeit beschäftigt sich zunächst mit der Zielsetzung der Eigentümerorientierung.
Danach werden die Anforderungen an ein eigentümerorientiertes Performance-Messungs-Konzept formuliert. Die Hauptanforderung dabei ist, daß die Vermögensänderung der Eigentümer abgebildet wird. Bestehende Performance-Messungs-Konzepte werden an der Erfüllung der Anforderungen gemessen. Residualgewinn-Konzepte können anforderungskonform gestaltet werden.
Es wird ein Residualgewinnkonzept entwickelt, das langfristig die Vermögensänderung der Aktionäre mißt und dabei periodische Signale liefert, ob die Kapitalkosten erwirtschaftet werden. Rahmenbedingungen des deutschen Rechnungslegungs- und Steuersystems werden beachtet.
Die Eigentümerorientierung wird empirisch untersucht. Dazu wird mittels des entwickelten Residualgewinnkonzepts die Performance der DAX 100 - Unternehmen (ohne Banken und Versicherungen) für den Zeitraum 1988-1995 gemessen.
Zudem werden die Zusammenhänge zwischen faktischen Investitionsvolumen, verfügbaren liquiden Mitteln und Investitionsgelegenheiten analysiert und die Renditen auf innen- und außenfinanziertes Kapital geschätzt.
Veröffentlichungen
Drukarczyk, J. (1995): Gesellschafterdarlehen, Rechtsprechungsgrundsätze des BGH und§ 32a GmbHG. Einige kritische Anmerkungen. In: Unternehmenstheorie und Besteuerung. Festschrift für Dieter Schneider. Elschen, Siegel, Wagner. Wiesbaden: Gabler. 29 S.
Drukarczyk, J. (1995): Verwertungsformen und Kosten der Insolvenz. Betriebswirtschaftliche Forschung und Praxis. 47. Jg.: 40 - 58.
Drukarczyk, J. (1995): Unternehmensgesamtwert, anteilseignerorientierte Finanzentscheidungen und APV-Ansatz. Die Betriebswirtschaft. 55. Jg.: 559 - 580 (zusammen mit F. Richter).
Drukarczyk, J. (1995): DCF-Methoden und Ertragswertmethode. Einige klärende Anmerkungen. Wirtschaftsprüfung. 48. Jg.: 329 - 334.
Drukarczyk, J. (1995): Wurzeln und Botschaft des wertorientierten Managements. Zusammenhänge. 77 - 81.
Starnecker, H. (1995): Englische Insolvenzverfahren. Administrative Receivership und Administration Order vor dem Hintergrund der deutschen Insolvenzordnung. Dissertation. Regensburg.
Drukarczyk, J. (1996): Finanzierung. Eine Einführung. 7. Auflage. Stuttgart: Lucius & Lucius. 582 S.
Drukarczyk, J. (1996): Unternehmensbewertung. München: Vahlen. 316 S.
Richter, F. (1996): Konzeption eines marktwertorientierten Steuerungs- und Monitoringsystems. Dissertation. Regensburg.
Terhart, P. (1996): Chapter 11 Bankruptcy Code: Eine Alternative für Deutschland? Dissertation. Regensburg.
Bauch, M. (1997): Unternehmensinsolvenzen: Prophylaxe und Bewältigung in Frankreich. Darstellung und ökonomische Analyse von procédure dalerte, règlement amiable und redressement et liquidation judiciaires. Dissertation. Regensburg.
Drukarczyk, J. (1997): Corporate Governance in Germany. Baden-Baden: Nomos. 292 S. (zusammen mit H. Schmidt, A. Schüler, D. Honold, u.a.).
Drukarczyk, J. (1997): Zahlungsunfähigkeit, drohende Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung als Insolvenzauslöser. In: Kölner Schrift zur Insolvenzordnung. Arbeitskreis für Insolvenz- und Schiedsgerichtswesen e.V., Köln. Herne, Berlin: Verlag für die Rechts- und Anwaltspraxis. 38 S. (zusammen mit A. Schüler).
Drukarczyk, J. (1997): Zur Bewertung von Verlustvorträgen. Deutsches Steuerrecht. 35. Jg.: 464 - 469.
Drukarczyk, J. (1997): Lenders as a Force of Corporate Governance. Theory and Evidence. Regensburger Diskussionsbeiträge zur Wirtschaftswissenschaft Nr. 294. Regensburg. 37 S.
Drukarczyk, J. (1997): Wertorientierte Unternehmenssteuerung. Besprechung des Shareholder-Value-Ansatzes von Rappaport. Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft. 9. Jg.: 217 - 226.
Drukarczyk, J. (1997): Finanzierung. In: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. Band 3: Leistungsprozeß. 7. Auflage. Bea, Dichtl, Schweitzer. Stuttgart: Lucius & Lucius. 116 S.
Preuschl, M. (1997): Unternehmensübernahmen als Instrument der Managementkontrolle. Eine Analyse am Beispiel der USA. Dissertation. Regensburg.
Schüler, A. (1997): Performance-Messung und Eigentümerorientierung. Eine theoretische und empirische Untersuchung. Dissertation. Regensburg.
Preis/Ehrung
Frank Richter (1996): Schmalenbach-Preis.
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